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Neuer Blog, neues Glück

Nachdem ich emails und Anfragen aus aller Herren Länder erhalten, ich mit Telefonanrufen überschüttet und mein Briefkasten monatelang überfüllt war, habe ich eure Gebete endlich erhört: Ich blogge wieder. Nicht mehr ganz so häufig wie in Frankreich und vielleicht auch nicht mehr ganz so spritzig und unbeschwert, denn:

 das unbeschwerte Leben der Alena S. ist schon lange nicht mehr das was es mal war und das sieht man mir auch an: Als ich heute zum Arbeiten in meine geliebte Bibliothek kam, fragte mich die Ausleih-Dame, ob irgendetwas schlimmes passiert wär oder ob ich gerade ziemlich im Stress wäre. Ich würde so stöhnen und keuchen. Als ich meinte, dass ich immer einen bestimmten Stresspegel aufrechterhalten muss, so wie andere ihren Insulinspiegel, sagte man mir zum Glück, dass das in jungen Jahren noch ok sei, solange ich vorsichtig wär, denn das Burn Out Syndrom kommt früher als man denkt.

 Warum wieder einen neuen Blog, wo doch so gut wie GAR NICHTS in meinem Leben passiert!? Nun, ich habe mir vrogenommen, diesen Blog vor allem für mich selbst zu schreiben, damit ich meinen vielen kleinen Enkelkindern, die mein einziges Kind mir irgendwann mal schenken wird, wissen, dass es im Jahr 2008 noch sowas altmodisches gab wie Internet und dass ihre berühmte Oma einmal jung war, wenn auch nicht knackig.

Mein letzter Blogeintrag ist jetzt fast 6 Monate her. In dieser Zeit ist viel passiert und eigentlich nichts, außer, dass ich jetzt Studentin bin und mir bald eine Brille kaufe, damit ich besser aussehe und besser sehen kann. Ich habe auch nicht vor, meine ganze lange Studentenzeit nocheinmal Revue passieren zu lassen, denn das würde nicht nur euch, sondern auch mich zu Tode langweilen (was unpraktisch wäre, weil ich dann niemals Enkelkinder hätte, die meinen Blog lesen könnten).

 Also steig ich einfach da ein, wo ich mich gerade befinde. Viel Spaß dabei

16.1.08 16:47


who is a jew?

Gott weiß, was mich dazu getrieben hat, ein social skills Seminar mit dem Namen "Interkulturelle Sensibilisierung" zu belegen. Vielleicht ja, weil ich mir dachte, dass ich mit meinem mikrigen Versailles und einem ausländischen Freund ganz besonders interkulturell bin und deshalb wunderbar in dieses Seminar passe.

Als ich dann am Samstag um Punkt 10h in der Uni im Stuhlkreis saß, merkte ich jedoch schnell, dass ich gegen die anderen einfach nur monokulturell bin, denn schonm bei der Vorstellungsrunde musste jeder erklären, warum er denkt, dass er interkulturell ist.

Im Vergleich zu den anderen, die, wie es mir schien zum Teil 17 Sprachen sprechen und in 32 Ländern dieser Welt gewesen sind und gewohnt haben und dazu noch 10 verschiedene Staatsangehörigkeiten (die deutsche noch nicht miteingerechnet), sah ich einfach nur lächerlich aus, sodass ich mich dazu entschied, beim Wettkampf um den Titel "Der Interkulturellste Teilnehmer" lieber freiwillig zu versagen.

Ich erklärte also, dass ich gar nicht kulturell bin und erntete auch sogleich einen fiesen Blick von Isabell, die neben mir saß.

Das Seminar zog sich also so hin und irgendwann erklärte und Fadja, die Seminarleiterin, deren Vater natürlich kein Deutscher sondern Pakistaner ist und die schon in Japan und Indonesien gearbeitet hat und Australien als ihre zweite Heimat bezeichnet, dass wir uns zu Gruppen zusammen finden sollten und - tattarataaa - ein Referat zu einem interkulturellen Thema unserer Wahl vorbereiten sollten.

Isabell und ich, die Outsider in der interkulturellen Menge, mussten so einige Absagen in Kauf nehmen, bevor wir eine Gruppe fanden, die widerwillig mit uns zusammenarbeiten sollte.

Schnell stellte sich heraus, dass Roni, eines der Gruppenmitglieder, nicht nur fanatischer Sozialist, sondern auch Jude ist und so kamen wir schnell darauf, ein Referat über das Judentum zu halten, weil wir unsere übergroße Interkultur nicht unter einen Hut bekommen konnten.

Schnell erkannten Isabell und ich auch unseren Favoriten Fabian, in den wir uns sofort verliebten und das schon allein, weil auch er letztes Jahr Au Pair in Paris war.

Unsere Mittagspause verbrachten wir schließlich gemeinsam und ganz interkulturell beim Chinesen, wo die Jungs eine heiße Diskussion über Politik und die SPD hatten. Um nicht ganz so blöd dazustehen, fragte ich Fabian, ob er in Frankreich auch so wahlbegeistert war und als er mir erzählte, dass er bei Sego im Stadion war, war ich so verliebt wie noch nie.

Schon fing ich an zu plappern und wollte wissen, ob er auch über die Absperrungen geklettert sei. "Nein", meinte er und guckte mich an, als wäre ich bescheuert.

"Gut", dachte ich und versuchte das Gespärch wieder in sichere Gewässer zu lenken, indem ich fragte, ob er auch bei Sarkos Wahlveranstaltung gewesen wär.

"NIEMALS" war die entsetzte Antwort und ich wusste: das wars mit unserer Freundschaft, die doch so gut angefangen hatte.

Gestern trafen wir uns dann, um unser Referat zu perfektionieren. Der gläubige Roni erklärte uns alles, was er über das Judentum wusste.

Die kleine Alena, die ja so gar keine Juden kennt, war hochmotiviert und konzentriert bei der Sache, als Roni seine Mütze lüftete und sein kleines Judenhütchen auf dem Kopf vorführte, genauso, als er seinen Pull hochzog, um uns sein T-shirt mit den 613 Knoten zu zeigen.

Und obwohl man als Deutscher ja nicht sagen darf: mann ist das psycho!, war es genau das, was ich dachte, als ich hörte, dass Frauen im Judentum auch ein Kopftuch tragen (können) und in der Synagoge getrennt von den Männer sitzen müssen.

Aber wie gesagt, sowas darf man ja nicht denken.

 

30.1.08 17:39





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